
05.07. – 03.09.26
Der Teufel steckt im Detail
Künstler*innen: Eliane Diur
Vernissage: 04.07. 18:00 Uhr
Die Welt erscheint in den Bildern von Eliane Diur zugleich vertraut und rätselhaft. Ausgehend von alltäglichen Beobachtungen, Erinnerungen und persönlichen Erfahrungen entstehen malerische Räume, in denen sich die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt, Gegenwart und Erinnerung, Wirklichkeit und Vorstellung verschieben.
Im Zentrum vieler Arbeiten steht eine wiederkehrende Figur – ein zweites Ich, ein Avatar. Sie bewegt sich durch Bildwelten, begegnet Dingen, Orten und Situationen und wird zur Begleiterin einer fortwährenden Befragung der Welt. Das Selbstporträt dient dabei nicht der Selbstinszenierung. Vielmehr wird es zum Instrument, um Erfahrungen, Zweifel und Wahrnehmungen sichtbar zu machen, die sich einer eindeutigen Beschreibung entziehen.
Die Bilder wachsen langsam, Schicht für Schicht. Unterschiedliche Motive verbinden sich zu komplexen Bild Gefügen, in denen scheinbar Unverbundenes miteinander in Beziehung tritt. Der weiche Farbauftrag erzeugt eine atmosphärische Nähe und eine fast selbstverständliche Harmonie. Doch hinter diesem ersten Eindruck verbergen sich Brüche, Verschiebungen und offene Fragen.
Der Titel DER TEUFEL STECKT IM DETAIL verweist auf die besondere Aufmerksamkeit, mit der die Künstlerin ihren Bildwelten begegnet. Für sie offenbaren sich die Geheimnisse der Wirklichkeit nicht im Offensichtlichen, sondern in kleinen Abweichungen und feinen Nuancen. Gerade dort, wo Vertrautes eindeutig erscheint, treten Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten hervor.
So wird das genaue Hinsehen zu einer Methode der Erkenntnis. Die Malerei eröffnet einen Reflexionsraum, in dem sich innere Konflikte, Erinnerungen und Wahrnehmungen neu ordnen können. Nicht um endgültige Antworten zu finden, sondern um die Widersprüche des Lebens auszuhalten und ihnen eine Form zu geben.
Text: Ralitsa Benkova
